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Änderungswelle im neuseeländischen Einwanderungsrecht


Seit Herbst 2016 gibt es nahezu monatlich große und kleine Änderungen in der Einwanderungspolitik. Immigration New Zealand und die derzeit regierende National Partei versucht so die Einwanderungsströme nach Neuseeland gezielter zu lenken und zu begrenzen. Durch die unzähligen Neuerungen fühlen sich jedoch viele Auswanderinteressierte verunsichert. Zudem kursieren im Netz derzeit immer wieder Fehlinformationen.

Verunsicherung durch viele Neuerungen

Ausgelöst durch die Einwanderungsflut und weiter steigende Migrationszahlen geriet die neuseeländische Regierung unter Druck. Mit schärferen Einwanderungsbestimmungen reagierte sie auf Medienberichte und den steigenden Unmut in der Bevölkerung. Im Oktober wurden so ohne große Vorankündigung die Punkte in der Haupteinwanderungsschiene, der Skilled Migrant Kategorie von 100 (für Antragsteller mit Job Offer) auf 160 Punkte nach oben gesetzt. Am 22. Mai traten dann die Änderungen in der Investor Kategorie in Kraft und für den 14. August werden bereits neue Regulierungen bei der Punkteverteilung in der Skilled Migrant Kategorie ausgearbeitet. Zudem kündigte die neuseeländische  Einwanderungsbehörde bereits baldige Nachbesserungen bei den Essential Work Visa an.

Die vielen neuen Regulierungen und Feinheiten im Einwanderungsrecht können leicht missverstanden werden, weiß auch der langjährige Immigrationsberater aus Wellington, Peter Hahn: „Welche Infos sind nun wirklich aktuell, was hat sich genau geändert, welche neuen Regulierungen betreffen mich vielleicht gar nicht – als Laie, die Auswirkungen der Paragraphenänderungen zu verstehen und zu deuten, ist wirklich schwer!“ Zudem kursieren aufgrund der Vielzahl der verwirrenden Informationen aus alt und neu viele Gerüchte und immer wieder Falschmeldungen im Netz. „Man muss schon sehr genau hinsehen, woher man seine Informationen bezieht“, gibt Peter Hahn zu bedenken. Eine definitiv verlässliche Quelle ist die Informationsseite von Immigration New Zealand.

Neben diversen Auslegungsabweichungen wird derzeit auch der Irrglaube verbreitet, es gäbe sogenannte „Branch Out Visa“. Diese würden besagen: Wer eine Zweigstelle eines bereits vorhandenen Business’ in Neuseeland aufmacht, soll so angeblich ein Visum bekommen. Der Immigrationsberater Peter Hahn schüttelt da ungläubig mit dem Kopf. „So ein Visa gibt es in Neuseeland nicht und wird es auch niemals geben. Das ist sicher!“, erklärt er aus seinen über 20 Jahren Berufserfahrung mit dem Einwanderungsrecht. Ganz im Gegenteil ist die Entrepreneur Category für Selbständige 2014 sogar noch verschärft worden. Fehlinformationen kursieren nicht nur aus fehlendem Fachwissen vieler User, und es steht zu bebürchten, dass diese auch potentielle Einwanderer verunsichert und ggf. auf eine falsche Einwanderungsstrategie setzen.

Grundsätzlich gilt als Faustregel, dass bislang mit jeder Neuerung der letzten 6 Monate die Einwanderungs-Policies verschärft wurden, um der Flut der Anträge Herr zu werden und sich die für Neuseeland am besten geeigneten Zuwanderer heraussieben zu können. „Eine ‚einfache’ Eintrittskarte nach Neuseeland gibt es momentan nicht, außer man besitzt mehr als 10 Millionen NZD Vermögen“, resümiert Peter Hahn die derzeitige Einwanderungssituation.

„Seit April 2016 hat die Einwanderungsbehörde jedoch ein Pilotprojekt mit dem Namen ‚Global Impact Visa’ gestartet“, weiß der Einwanderungsberater. „Gemeinsam mit der Industrie sollen innovative, junge, erfolgreiche und gut vernetzte Unternehmer mit Hilfe dieses neuen Visa-Typs leichter zu einer Aufenthaltsgenehmigung kommen können.“ Der als vierjähriges Pilotprojekt angelegte Versuch wird gemeinsam mit der unabhängigen Edmund Hillary Fellowship (EHF) realisiert. Diese Global Impact Visa sollen, wie der Name bereits verrät, auf dem globalen Einfluss eines Unternehmers basieren, beschränken sich zunächst jedoch auf die Anzahl von 400 in den vier Jahren des Pilotprojekts. Im ersten Schritt muss der Antrag der Bewerber unter diversen Voraussetzungen von der Edmund Hillary Fellowship angenommen und akzeptiert werden, bevor dann erst im zweiten Schritt das Global Impact Visa beantragt werden kann.

Mit dem neuen Visa-Typ will Neuseeland gemeinsam mit dem Privatsektor und der Industrie einmal mehr Innovation, Investoren und Start-Ups aus aller Welt anlocken.

Wer sich im Internet auf der Suche nach Informationen zur Einwanderung nach Neuseeland durch Foren und Immigrationsseiten arbeitet, sollte stets mehrfach prüfen, welche Inhalte aktuell sind und aus welchen Quellen sie stammen.

 

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