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Wer hat es bei der Jobsuche in Neuseeland künftig leichter?

IT Kenntnisse gesucht

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Die Immigrationsbehörde in Neuseeland hat wieder einmal ihre ‚Liste der gesuchten Berufe’ überarbeitet, aktualisiert und jetzt veröffentlicht. Der langjährige Einwanderungsberater Peter Hahn erklärt, was sich ändern und wer künftig bei der Jobsuche bessere oder schlechtere Chancen hat, eingestellt zu werden.

In regelmäßigen Abständen passt die neuseeländische Einwanderungsbehörde ihre sogenannte ‚Essential Skills in Demand List’ an die aktuelle Arbeitsmarktsituation an. Dazu gehören sowohl die Long Term Skill Sortage List (LTSSL) als auch die Immediate Skill Shortage List (ISSL). Erste zeigt Berufe, bei denen langfristig ein Arbeitskräftemangel auf dem hiesigen Markt besteht und deshalb ausländisches Personal angeworben werden kann. Die ISSL umfasst Berufe, bei denen kurzzeitig Personalmangel besteht.

Der deutsche Einwanderungsberater Peter Hahn aus Wellington erklärt inwieweit sich diese Listen von Immigration New Zealand auf ausländische Jobsuchende auswirken können. „Wer letztendlich einen Job gefunden hat, der auf einer der beiden Skill Shortage Listen steht, hat es leichter ein Work Visa zu bekommen“, erklärt Peter Hahn das komplizierte Prozedere. „ Im Work Visa Verfahren muss der Arbeitgeber nachweisen, dass er keine gleichqualifizierte Arbeitskraft in Neuseeland gefunden hat. Dieser oft recht zeitaufwändige Nachweis kann jedoch entfallen, wenn der Beruf auf einer dieser beiden Listen steht und der neue Angestellte die entsprechend geforderten Voraussetzungen der Liste erfüllt, wie zum Beispiel die dargelegte Ausbildung, entsprechende Berufserfahrung und so weiter.“. Diese Regelung gilt für Work Visa-Verfahren.

Die Long Term Skill Shortage Liste kann jedoch auch Bewerbern, die einen Residence Antrag (Aufenthaltsgenehmigung) stellen wollen, helfen. „Ist der eigene Beruf auf der Long Term Skill Shortage Liste zu finden (nicht auf der ISSL!) und man hat in diesem Job auch eine Anstellung gefunden, so bekommt man sowohl für das Joboffer Punkte, wie auch dafür dass der Beruf auf der Liste steht. Man hilft sozusagen, den Arbeitskräftemangel in dieser Sparte zu füllen. Da seit Oktober 2016 die geforderte Punktezahl auf 160 gestiegen ist, können diese ‚Sonderpunkte’ schon hin und wieder helfen, diese hohe Forderung zu erreichen“, resümiert der Einwanderungsberater aus seinen über 20 Jahren Erfahrung.

Die neusten Änderungen nach der Überarbeitung der Listen kommen jetzt allerdings weder überraschend, noch dürften sie sich gravierend auf deutschsprachige Kunden auswirken. Von der Long Term Skill Shortage Liste wurden Krankenschwestern und Altenpfleger, sowie Kapitäne, Schiffsingenieure und Schiffsoffiziere gestrichen. Dafür ist nach wie vor der Chefkoch zu finden. „ Die Tatsache, dass der Beruf Koch auf der Shortage Liste geführt wird, ist allein noch keine Garantie, dass man einen Job findet. Nur wer auch top Berufserfahrung mitbringt, kann sich eines starken Interesses neuseeländischer Restaurants sicher sein“, weiß Peter Hahn. „Nur wer sozusagen in der ersten Liga kocht, hat gute Chancen!“

Auf der Immediate Skill Shortage Liste wurden ebenfalls Krankenschwestern für geistig Behinderte und Polsterer bei den gesuchten Berufen entfernt. Dafür kamen speziell für die Region Auckland der Beruf des Maurers und des Steinmetz’ hinzu. In Waikato, der Bay of Plenty Region, Auckland und dem nördlichen Teil der Nordinsel werden zudem Bodenleger gesucht. Auch einige Techniker im Telekommunikationsbereich werden derzeit im ganzen Land gesucht. „Ganz grundsätzlich kann man sagen, dass zudem ITler, Ingenieure, Elektriker und Klempner immer noch gute Chancen haben, in Neuseeland einen Beruf zu finden“, berichtet der Immigrationsanwalt von der aktuellen Arbeitsmarktlage. „Hier werden händeringend Leute gesucht. Und diese Berufsbilder stehen schon eine ganze Weile auf der Liste. Allerdings brauchen sowohl Klempner, wie auch Elektriker zunächst eine neuseeländische Berufszulassung!“

Abschließend ist es jedoch ganz wichtig zu wissen, dass auch Personen aus anderen Berufssparten einwandern können! „Wenn der Beruf auf einer der Listen steht, wird es für Arbeitgeber und Antragsteller oft nur einfacher, das Work Visa durch zu bekommen. Man spart also Zeit und der Arbeitgeber einen aufwendigen Nachweisprozess. Allerdings haben auch Interessierte aus anderen Sparten durchaus gute Chancen, wenn sie eine Stelle gefunden haben, die geforderte Punktzahl erreichen und der Arbeitgeber glaubhaft nachweisen kann, dass er innerhalb Neuseelands niemanden für diese Stelle finden konnte!“, schließt der Neuseelandexperte und macht damit allen Mut, die den innigen Wunsch haben, in Aotearoa noch einmal neu anzufangen.

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