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Wiederaufbau Christchurch: Neuseeland-Chance für Handwerker

Handwerker gebraucht

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Die neusten Zahlen der Statistikbehörde Neuseelands zeigen deutlich, alleine im vergangenen Monat sind 564 internationale Neubürger nach Christchurch gezogen. Dies ist die höchste Anzahl im Juni seit Beginn der Aufzeichnungsveröffentlichungen 1990 und zurückzuführen auf den Arbeitskräftemangel durch den Wiederaufbau von Christchurch nach den Erdbeben.

Die Vielzahl der erfolgreichen Einwanderungen und Umzüge nach Canterbury ist nun ein deutliches Zeichen, dass die Bauarbeiten in der Garden City in vollem Gange sind. Fast zwei Jahre hat es gedauert, bis die bürokratischen, planerischen und finanziellen Hürden überwunden waren und die tatsächliche Bauphase beginnen konnte. Nur durch ausländisches Personal kann nun der erhöhte Bedarf an Fachkräften im Baugewerbe gedeckt werden. Was für Neuseeland zu Engpässen und Verzögerungen im Wiederaufbau führen kann, ist für einwanderungswillige Handwerker aus allen Ländern ein Pluspunkt und die Chance auf die Verwirklichung ihres Traumes. „Ich habe zur Zeit einige Kunden, die von diesen Job-Möglichkeiten profitieren können. Vor allem Maler, Zimmermänner, Schreiner oder Verputzer stehen derzeit in Christchurch hoch im Kurs“, bestätigt auch der langjährige Einwanderungsberater Peter Hahn.

Mark Connolly ist einer der Arbeiter, die erst vor zwei Wochen in Christchurch angekommen sind und denkt jetzt schon über die Verlängerung seines Jahres-Work-Visums nach. „In Irland habe ich nur wenige kleinere Jobs bekommen, dies hier ist wirklich eine große Herausforderung, hier muss einfach unglaublich viel Arbeit gemacht werden. Und die Eingewöhnung ging unglaublich schnell, die Menschen sind wirklich nett und hilfsbereit, easy going, würde ich sagen. Ich kann mir gut vorstellen für eine Weile hier zu bleiben.“ Ähnliches weiß auch die Australierin Aleisha Higgins zu berichten. Sie arbeitet im Gastronomiegewerbe. „Ich habe im März meine Arbeit an der Gold Coast verloren. Dann war ich drei Monate lang erfolglos auf Arbeitssuche in Australien. Als ich in Christchurch ankam, konnte ich mir binnen einer Woche sechs unterschiedliche Stellen aussuchen.“

In den sechs Monaten von Januar bis Juni 2013 sind 3981 temporäre und Langzeit-Migranten aus aller Welt nach Christchurch gezogen. Das entspricht durchschnittlich 22 Einwanderern pro Tag. Auch die Koordinatorin für Settlement Support, Lana Hart von Immigration New Zealand bestätigt den Trend: „Vor allem im letzten Monat ist die Zahl der Neuankömmlinge stetig gewachsen, es ist faszinierend. 90% aller Einwanderungen verlaufen positiv. Es ist eine gute Mischung aus Fachkräften und Familien, die Christchurch als ihr neues Zuhause auswählen oder kommen, um beim Wiederaufbau zu helfen.“

Vor allem die unzähligen Projekte in der Innenstadt benötigten viele helfende Hände aus der Baubranche. „Einige dieser Handwerksberufe im Bausektor stehen deshalb mittlerweile auf der eigens für den Wiederaufbau von Christchurch eingerichteten Canterbury Skill Shortage-Liste. Wer also hier einen Job findet, bekommt derzeit wesentlich leichter ein Work Visa, als beispielsweise jemand mit Job offer in Wellington“, erklärt Peter Hahn. „Solange Neuseeländer mit vergleichbaren Fähigkeiten arbeitslos gemeldet sind, wird dem deutschen Antragsteller das Work Visa verweigert, auch wenn der Firmenbesitzer lieber den ausländischen Bewerber einstellen würde. Das sind die Regeln. Nachdem es in Christchurch allerdings derzeit so ein Defizit an Handwerkern gibt, ist die Chance auf ein Work Visa, wenn man eine Arbeitsstelle gefunden hat, natürlich dementsprechend größer.“ Eine höhere Planungssicherheit für eine Zukunft in Neuseeland könnte nun auch für viele deutsche Handwerker ein entscheidender Faktor sein, den Schritt ins neue Land zu wagen.

Vielen Handwerkern bereitet bei der Einwanderung allerdings der geforderte Nachweis der Englisch-Kenntnisse in Form des IRLTS-Tests mit einer Punkteanzahl von 6.5 Kopfschmerzen. „Der Vorteil bei der Jobsuche in Christchurch ist hier, dass die meisten Handwerker erst einmal ein einjähriges Arbeitsvisum bekommen. Für dieses ist kein Englisch-Test erforderlich. Wer nach dem einen Jahr weiterhin in Neuseeland bleiben möchte, einen festen Job hat und ein Residence Visa beantrage möchte, kann dann aufgrund der bereits erworbenen einjährigen Englischerfahrung im Land oft vom Englischtest befreit werden. Auf diese Weise haben wir schon unzähligen Handwerkern über die Jahre gezielt geholfen, ihren Neuseeland-Traum zu realisieren“, erklärt Peter Hahn.

Allerdings gibt es auch eine Negativ-Auswirkung des großen Zulaufs nach Canterbury. Selbst wenn sich die Erdbeben-Angst derzeit weiter nach Wellington verlagert, der Mietmarkt sieht in Christchurch aufgrund der stetigen Zuwanderung ziemlich düster aus. Ein enormer Anstieg der Mietpreise durch den erhöhten Bedarf und zugleich den Mangel an Wohnraum lässt die Lebenshaltungskosten ansteigen.

Dennoch zieht es immer mehr Menschen nach Christchurch, nicht nur Handwerker. „Viele meiner Kunden entscheiden sich bewusst für Christchurch, weil sie dort Teil des großen Projektes werden wollen“, schließt der Neuseeland-Experte. Auch die Canterbury Earth Quake Recovery Authority bestätigt eine Faszination für die Stadt. „Viele Menschen sehen hier die Chance, Teil zu werden von etwas ganz besonderem. Es ist nicht nur der Wiederaufbau einer Stadt, es ist die Kreation von etwas ganz neuem, etwas einzigartigem, etwas mit Weltklasse.“

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